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    May 21

    Munnar

    Munnar, 1. und 2. Mai 2007

    Am 1. und 2. Mai waren Bankfeiertage, so dass wir die Gelegnheit nutzen wollten, einen Ausflug zu unternehmen, um etwas von unserer neuen Heimat zu sehen.

    Am Samstag sind wir losgezogen, um herauszufinden, ob und wo wir eine Unterkunft finden können. War sehr kurzfritig. Beim ersten Reisebüro waren wir komplett falsch, es handelte sich um einen Reiseveranstalter für Busreisen. Beim zweiten Reisebüro, versteckt in einer Seitenstraße, im zweiten Stockwerk (oh Gott wo kommen wir jetzt hin war unser Gedanke, als wir die enge Treppe hochstiegen) war leider nur der Mitarbeiter da, der eigentlich kein Englisch kann. Aber im dritten wurden wir dann fündig. Dem Reisebüroinhaber versuchten wir zu erklären, dass wir hier wohnen und zwei Tage gerne ins nahe Umland fahren möchten, erst wollte er uns in Kochin eine Unterkunft vermitteln, aber das wollten wir ja nicht und dann hat er es kapiert. Leider hatte er kein Angebot, aber seine Schwester könne uns helfen, sie hat ein Hotel o.ä. (müssen wir auch mal hin), denn sie vermittelt auch Zimmer in ganz Kerala. Also haben wir dann per Telefon und email (in Stefans Büro, da bei uns der Anschluß noch nicht da war) zwei Zimmer in Munnar gebucht.

    Am Dienstag früh sind wir losgefahren, mußten nach einem Kilometer zwar noch mal umdrehen, da wir die Reisepässe vergessen hatten, und haben eine wunderbare Fahrt durch die Landschaft genossen.

    Erst fuhren wir durch Stadtteile, die wir bisher noch nicht gesehen hatten, immer wieder schön, das Treiben auf den Straßen und in den kleinen Geschäften. Wir fuhren am Hill Palace vorbei, ein ehemaliger Herrschaftssitz, der jetzt zum Teil zu einem Museum umgestaltet wurde, den wir demnächst auch besuchen werden. Langsam kamen wir aus dem Stadtgebiet heraus, und die Landschaft breitete sich vor uns aus, wunderschön, es ist alles grün.

    Plötzlich hielt der Fahrer und zeigte uns eine Kautschukplantage, an jedem Baum hängt ein Becher, in dem der "Gummisaft" gesammelt wird und täglich abgeholt wird. Um den Kautschuk zu ernten, wird der Baum täglich angeritzt. Wie eine Spirale verläuft um jeden Stamm eine Einkerbung, die täglich um wenige Millimeter vergrößert wird. Der Saft läuft dann entlang der Einkerbung hinaus. Ein Baum liefert ca. 20 Jahre Saft.

    Direkt am Straßenrand waren auch Mimosenpflänzchen. Alle Kids haben eine Mimose zum Schlafen gebracht, nach der Berührung klappen sie sich zusammen und nach ca. 15 Minuten öffnen sich dann die Blätter wieder.

    Auf der Strecke zeigte uns der Fahrer noch Tapioka-anbaufelder (Maniok), Ananasplantagen und Reisfelder. Interessant waren auch die großen Ziegelbrennereien, siehe Bilder.

    Je weiter wir fuhren, desto höher kamen wir. Die Landschaft änderte sich. Wir hatten das Gefühl, in den Dschungel zu fahren. Die Wälder sind grün, am Boden wachsen viele Pflanzen, selbst am Straßenrand wachsen Pflanzen, die in Deutschland als Zimmerpflanzen gehalten werden. Große Kardamonhänge haben wir gesehen, leider haben sie zu diesem Zeitpunkt nicht geblüht. Unterwegs sahen wir dann wildwachsende Engelstrompeten und Weihnachtssterne, in unglaublicher Größe. Außerdem sahen wir viele Avocado-, Mango-, Jackfruit- und Cashewbäume. Pfefferpflanzen (Schlingpflanzen um Bäume) wachsen überall, die Blüte ist im Herbst und Erntezeit ist dann im Dezember, gleichzeitig mit Kaffee der hier auch wächst.

    Durch große Bambuswälder sind wir auch gefahren. Die Bambusstöckchen zum Basteln und Pflanzenabstützen sind wirklich nur Abfallprodukte, die hier wachsenden Bambusbäume haben einen Durchmesser von 15 und mehr Zentimeter und werden mindestend 20 Meter hoch. Die Stämme werden hier sehr oft beim Hausbau als Baustützen oder Gerüst eingesetzt.

    Unsere ersten wildlebenden Affen haben wir auch erblickt. Unser Fahrer zeigte uns Stöcke wildlebender Bienen, diese sind ca. 80 cm lang und hängen ca. 60 cm nach unten am Baumast.

    Als wir in Munnar (1.520 m) im Hotel ankamen, waren wir von der Kühle angenehm überrascht, immer noch schön warm, aber nicht mehr heiß. Munnar selbst ist von Teeplantagen umgeben.

    Am Nachmittag fuhr uns der Fahrer ins Umland und machte Halt bei einem Mahood (Elefantenführer), Alina, Katharina und Stefan machten sofort einen Ausritt, für die Kinder hätte der Ritt noch länger dauern können und am Ende durften sie den Elefanten noch füttern. Für die Mädchen war das die absolute Attraktion. Danach haben wir Halt bei einem Stausee gemacht und sind über die Staumauer gegangen, auf der anderen Seite der Staumauer waren viele Verkaufsstände und noch viel mehr indische Touristen. Na ja, wir, vor allem die Mädchen, sind, glaube ich, mindestens zehnmal nach Name und Herkunft gefragt worden. Eine große Fotoaktion folgte auch, und wir haben dann natürlich auch fotografiert und es wurden immer mehr Personen, die auf das Bild wollten.

    Im Hotel genossen wir die Ruhe, die Kinder haben sich auf dem Spielplatz ausgetobt und Abendessen war auch im Hotel, die Kinder tranken leckeren, frischen Ananassaft zum Reis und Masala (Currysauce mit Gemüse, Reis oder Fisch).

    Für die Kinder war die Nacht dann ganz aufregend, denn es war das erste Mal, dass sie alleine (zu dritt) in einem Hotelzimmer schliefen, am Morgen waren sie dann ganz stolz auf sich. Die Nacht war sehr angenehm, fast schon zu kalt, wir mußten uns mit der Wolldecke zudecken.

    Am Mittwoch fuhren wir dann zum Teemuseum und erfuhren den Prozeß der Teeverarbeitung. Aus einer Sorte Teeblätter werden unterschiedliche Teequalitäten hergestellt. Natürlich haben wir auch Tee gekauft. Auch hier war Simon der König, kaum im Museum angekommen, wurde er von einem Museumsmitarbeiter auf den Arm genommen und getragen.

    Auf dem Rückweg machten wir Halt beim Fahrer, er zeigte stolz sein Zuhause, stellte uns seiner Mutter, Frau, Bruder und Schwägerin vor, erklärte uns die Weiterverarbeitung von Kautschuk, er selbst hat eigene Kautschukbäume, deren Produkt er an einen Reifenhersteller verkauft. In seinem von großen Bäumen überschatteten Hein beherbergt er auch eine Kuh, Hühner und einen Hund. Er hat auch eigene Vanillepflanzen und Bananenstauden, von deren Früchten wir kosten durften. Danach haben wir noch eine Elefantenstation besucht und zwei Babyelefanten sowie größere Elefanten sehen können.

    Nach einer langen, aber sehr interessanten Fahrt kamen wir am Nachmittag wieder zu Hause an und waren von der Hitze, die hier im Tal herrschte erschlagen.

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