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July 09 Rain Forest - Athirapally WaterfallAusflug in den Regenwald Am 23./24. Juni 2007 haben wir einen Ausflug in den keralitischen Regenwald gemacht. Dafür haben wir uns ein herrliches Hotel ausgesucht. Das Hotel liegt mitten im Regenwald, wir haben es fast nicht gefunden, da die Einfahrt nur ein einfaches Tor ohne Hinweis und irgendwo auf der Bergstraße sich befindet. Nach zweimaligem Nachfragen und enstprechend oft Vorbeifahren erreichten wir unser Domizil. Das erste was wir sahen, als wir aus dem Auto gestiegen sind, war eine Überdachung und dahinter einen rauschenden Wasserfall. Das Hotel ist an einen Berg hingebaut, beherbergt neun Zimmer, Rezeption, Restaurant und Swimming-Pool. Und vor allem hat man von jedem Platz aus freien Blick und freies Gehör auf den Wasserfall. Daneben gibt es nur Bäume und Büsche zu sehen. Die obenerwähnte Überdachung stellte sich als Rezeption und Restaurant heraus. In diesem haben wir an diesen zwei Tagen vorzüglich gespeist. Am Samstag zum Mittagessen gab es typisches keralitisches Essen. Serviert wurde das ganze auf einem Bananenblatt und ohne Besteck. Mittlerweile beherrschen wir das Essen mit der Hand schon ganz gut. Nach dem Simon fertig war mit Essen, wurde er vom Restaurantpersonal durch die Gegend getragen und wir konnten in Ruhe weiter essen. Da wir die einzigen Gäste im Restaurant waren und fünf Männer sich mit uns beschäftigen mußten, war es kein Problem, Simon zu betreuen und uns ständig Essen nachzulegen. Am Nachmittag ist Stefan mit Lukas, Alina und Katharina sowie Fahrer und Führer zu einer vierstündigen Safari in den Regenwald aufgebrochen. Neben vielen neuen, unbekannten Pflanzen haben die Abenteurer Wildschweine, einen Hirsch, Rehe, Laufvögel, Adler und Vögel gesehen. Die Elefanten haben sich leider versteckt gehalten, nur durch einen erspähten frischen Elefantenhaufen wurde ihnen bewiesen, dass hier wirklich wildlebende Elefanten anzutreffen sind. Sogar Tiger leben hier in freier Wildbahn, die sind allerdings nur ganz selten zu sehen. Aber vor ein paar Monaten wurde ein toter Tiger gefunden, der an Kampfspuren durch einen anderen Tiger verendet ist. Die Kinder konnten an frischem Lemongras , wilden Muskatnüssen und Kamperharz riechen, außerdem mußten alle noch eine unbekannte rote, noch nicht ganz reife Frucht kosten, also ziemlich sauer. Auf dem Rückweg in der Dunkelheit waren viele Glühwürmchen zu sehen. Simon und ich haben uns am Nachmittag in unserem Zimmer bzw. Balkon gemütlich gemacht. Das größte für Simon waren die Affen, die in den Bäumen vor unserem Zimmer in ca. 15m Entfernung rumturnten und sich frische Mangos pflückten und sogleich verzehrten. Bevor die Safari losging wurde natülich erst mal der Pool von den Mädels getestet. Das Wasser war etwas frisch aber sauber. Plötzlich gab es einen lauten Knall und alle, aber insbesondere Katharina sind erschrocken. Denn nur 1,5 m neben ihr ist ein ganzer Ast mit ca. 20 reifen Mangos ins Wasser gefallen. Der kurz darauf aber schon vom Personal aus dem Wasser gefischt wurde. Nachdem die Safarigruppe wieder zum Hotel zurückkam machten wir uns durch offene Gänge und Treppen (alles überdacht) auf den Weg zum Abendessen. Natürlich hatten wir das Restaurant wieder alleine für uns und genossen die Aufmerksamkeit der Bediensteten (inklusive Simonbetreuung). Am Sonntag nach dem Frühstück machten wir uns alle auf zum Angeln. Mitten im Wald am Straßenrand wurde das Auto geparkt und wir kletterten den Weg zum Wasser hinab. Am Ufer des reisenden Flußes war eine Steinplattform, auf der wir unsere Schuhe auszogen. Unser Führer verschwand im Wald und kam nach wenigen Minuten mit einem langen Bambusstab zurück, der zur Angel umfunktioniert wurde. Der Angelhaken wurde mit einer Mehlpampe bestückt und ins Wasser geworfen, nachdem wir das sichere Ufer verlassen hatten und auf ein Steinplateau im Fluß gewatet sind. Insgesamt haben wir zusammen fünf verschiedene Fische gefangen, die wir am Ende unserer Angelstunde wieder zurück in den Fluß geworfen haben, bzw. sich selbst befreit haben. Auf dem Felsplateau im Wasser waren drei kleine Vertiefungen, in denen sich Wasser gesammelt hat und die zum Gefängnis der Fische genutzt wurden. Jeder von uns hat sich im Fischen versucht, Lukas und Katharina waren sogar erfolgreich, und Stefan verlor seine Beute beim Herausziehen. Simon, meistens von unserem Fahrer betreut, hat den Wasserausflug in vollen Zügen genossen, er war von oben bis unten naß und hat eine Pfütze oder Badestelle nach der anderen ausprobiert. Trotz Monsun sind wir an diesem Tag nur von unten naß geworden, ansonsten hatten wir strahlenden Sonnenschein. Die Pflanzenwelt ist erstaunlich. Am Flußufer wachsen Bäume und Büsche in unfaßbarer Anzahl, und sie wachsen nicht neben einander, sondern ineinander, übereinander. Im Anschluß an unsere Angelexkursion fuhren wir noch an den Wasserfall. Um dahin zu gelangen mußten wir ein ganzes Stück durch den Wald laufen, hier trafen wir wieder viele indische Touristen und wurden ein paar mal zum Fotoobjekt gemacht. Auf diesem Waldweg hat uns unser Führer wieder vieles gezeigt und erklärt. Wenn man die Blätter eines Teakwood Baumes zerreibt, hat man roten Pflanzensaft auf der Hand. Dann zerrieben wir ein Blatt eines anderen Baumes (Name leider vergessen), und statt Saft hatten wir nur Pulver auf den Händen, diese Blätter werden in der ayurvedischen Behandlung eingesetzt (wie so viele andere Pflanzen auch). Affenschaukeln (Pullani) haben wir auch gesehen und getestet. Diese Lianen sind für das Überleben in der freien Natur sehr hilfreich. Denn in Trockenzeiten, wenn kein Wasser verfügbar ist, können diese angezapft werden und spenden dann Trinkwasser. Riesen Bambusansammlungen (Durchmesser ca. 8m) haben wir gesehen, diese Bambusart wächst ca. 25 m hoch, die Stämme haben einen Durchmesser von bis zu 20 cm. Nach ca. 70 Jahren blühen die Stauden, produzieren Bambusreis (eßbar, ayurvedische Bedeutung) und sterben dann ab. In diesen Stauden lassen sich auch Königkobras nieder, bauen darin ihre Nester und legen entsprechend Eier. Begegnet sind wir zum Glück keiner. Weiterhin haben wir eine Hütte des eingeborenen Stammes gesehen. Dabei handelt es sich um ein quadratisches Gebilde (ca. 5x5m), hauptsächlich aus Bambusteilen gebaut. An der (halbhohen) Außenwand läuft eine Bank entlang und in der Mitte ist eine offene Feuerstelle. Das Dach wird aus Bambusblättern geflochten und hält drei bis vier Jahre dicht. Imprägnierung und Insektenvertreibung erfolgt in dieser offenen Hütte durch das ständige nächtliche Feuer. Natürlich sind auch hier die Affen unterwegs gewesen, daneben haben wir viele verschiedene Schmetterlinge und Wildbienen gesehen. Als wir endlich am Wasserfall ankamen waren wir total gefangengenommen von dem Anblick. Das Wasser fällt ca. 30 m in die Tiefe auf einer breite von sicher 80-100 Metern. Der Lärm war ohrenbetäubend. Neben dem Wasser und blauen Himmel haben wir nur grün gesehen. Unterhalb vom Wasserfall am Ufer des Flußes wachsen die Bäume hoch bis zum Wasserfall, darin sahen wir wieder Wildbienennester, deren Honig von den Eingeborenen gesammelt wird (hierzu klettern sie ungesichert die Bäume hoch) und natürlich zur ayurvedischen Behandlung genutzt wird. Nach dem wir den Blick von oben auf den Wasserfall genossen haben, gingen wir einen Waldweg hinab zum Fuß des Wasserfalles, und erlebten das herumspritzende, herabfallende Wasser, es ist wirklich imposant, mit welchem Lärm und Getöse das Wasser 30 Meter herabstürtzt. Nach unserer Wasserfalldusche machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hotel, es war ein schöner ca. 15 minütiger Spaziergang am Ufer des Flußes entlang. 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