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Unser Kerala

7月9日

Rain Forest - Athirapally Waterfall

Ausflug in den Regenwald

Am 23./24. Juni 2007 haben wir einen Ausflug in den keralitischen Regenwald gemacht. Dafür haben wir uns ein herrliches Hotel ausgesucht. Das Hotel liegt mitten im Regenwald, wir haben es fast nicht gefunden, da die Einfahrt nur ein einfaches Tor ohne Hinweis und irgendwo auf der Bergstraße sich befindet. Nach zweimaligem Nachfragen und enstprechend oft Vorbeifahren erreichten wir unser Domizil.

Das erste was wir sahen, als wir aus dem Auto gestiegen sind, war eine Überdachung und dahinter einen rauschenden Wasserfall.

Das Hotel ist an einen Berg hingebaut, beherbergt neun Zimmer, Rezeption, Restaurant und Swimming-Pool. Und vor allem hat man von jedem Platz aus freien Blick und freies Gehör auf den Wasserfall. Daneben gibt es nur Bäume und Büsche zu sehen.

Die obenerwähnte Überdachung stellte sich als Rezeption und Restaurant heraus. In diesem haben wir an diesen zwei Tagen vorzüglich gespeist. Am Samstag zum Mittagessen gab es typisches keralitisches Essen. Serviert wurde das ganze auf einem Bananenblatt und ohne Besteck. Mittlerweile beherrschen wir das Essen mit der Hand schon ganz gut. Nach dem Simon fertig war mit Essen, wurde er vom Restaurantpersonal durch die Gegend getragen und wir konnten in Ruhe weiter essen. Da wir die einzigen Gäste im Restaurant waren und fünf Männer sich mit uns beschäftigen mußten, war es kein Problem, Simon zu betreuen und uns ständig Essen nachzulegen.

Am Nachmittag ist Stefan mit Lukas, Alina und Katharina sowie Fahrer und Führer zu einer vierstündigen Safari in den Regenwald aufgebrochen. Neben vielen neuen, unbekannten Pflanzen haben die Abenteurer Wildschweine, einen Hirsch, Rehe, Laufvögel, Adler und Vögel gesehen. Die Elefanten haben sich leider versteckt gehalten, nur durch einen erspähten frischen Elefantenhaufen wurde ihnen bewiesen, dass hier wirklich wildlebende Elefanten anzutreffen sind. Sogar Tiger leben hier in freier Wildbahn, die sind allerdings nur ganz selten zu sehen. Aber vor ein paar Monaten wurde ein toter Tiger gefunden, der an Kampfspuren durch einen anderen Tiger verendet ist. Die Kinder konnten an frischem Lemongras , wilden Muskatnüssen und Kamperharz riechen, außerdem mußten alle noch eine unbekannte rote, noch nicht ganz reife Frucht kosten, also ziemlich sauer. Auf dem Rückweg in der Dunkelheit waren viele Glühwürmchen zu sehen.

Simon und ich haben uns am Nachmittag in unserem Zimmer bzw. Balkon gemütlich gemacht. Das größte für Simon waren die Affen, die in den Bäumen vor unserem Zimmer in ca. 15m Entfernung rumturnten und sich frische Mangos pflückten und sogleich verzehrten.

Bevor die Safari losging wurde natülich erst mal der Pool von den Mädels getestet. Das Wasser war etwas frisch aber sauber. Plötzlich gab es einen lauten Knall und alle, aber insbesondere Katharina sind erschrocken. Denn nur 1,5 m neben ihr ist ein ganzer Ast mit ca. 20 reifen Mangos ins Wasser gefallen. Der kurz darauf aber schon vom Personal aus dem Wasser gefischt wurde.

Nachdem die Safarigruppe wieder zum Hotel zurückkam machten wir uns durch offene Gänge und Treppen (alles überdacht) auf den Weg zum Abendessen. Natürlich hatten wir das Restaurant wieder alleine für uns und genossen die Aufmerksamkeit der Bediensteten (inklusive Simonbetreuung).

Am Sonntag nach dem Frühstück machten wir uns alle auf zum Angeln. Mitten im Wald am Straßenrand wurde das Auto geparkt und wir kletterten den Weg zum Wasser hinab. Am Ufer des reisenden Flußes war eine Steinplattform, auf der wir unsere Schuhe auszogen. Unser Führer verschwand im Wald und kam nach wenigen Minuten mit einem langen Bambusstab zurück, der zur Angel umfunktioniert wurde. Der Angelhaken wurde mit einer Mehlpampe bestückt und ins Wasser geworfen, nachdem wir das sichere Ufer verlassen hatten und auf ein Steinplateau im Fluß gewatet sind. Insgesamt haben wir zusammen fünf verschiedene Fische gefangen, die wir am Ende unserer Angelstunde wieder zurück in den Fluß geworfen haben, bzw. sich selbst befreit haben. Auf dem Felsplateau im Wasser waren drei kleine Vertiefungen, in denen sich Wasser gesammelt hat und die zum Gefängnis der Fische genutzt wurden. Jeder von uns hat sich im Fischen versucht, Lukas und Katharina waren sogar erfolgreich, und Stefan verlor seine Beute beim Herausziehen. Simon, meistens von unserem Fahrer betreut, hat den Wasserausflug in vollen Zügen genossen, er war von oben bis unten naß und hat eine Pfütze oder Badestelle nach der anderen ausprobiert. Trotz Monsun sind wir an diesem Tag nur von unten naß geworden, ansonsten hatten wir strahlenden Sonnenschein. Die Pflanzenwelt ist erstaunlich. Am Flußufer wachsen Bäume und Büsche in unfaßbarer Anzahl, und sie wachsen nicht neben einander, sondern ineinander, übereinander. Im Anschluß an unsere Angelexkursion fuhren wir noch an den Wasserfall. Um dahin zu gelangen mußten wir ein ganzes Stück durch den Wald laufen, hier trafen wir wieder viele indische Touristen und wurden ein paar mal zum Fotoobjekt gemacht. Auf diesem Waldweg hat uns unser Führer wieder vieles gezeigt und erklärt. Wenn man die Blätter eines Teakwood Baumes zerreibt, hat man roten Pflanzensaft auf der Hand. Dann zerrieben wir ein Blatt eines anderen Baumes (Name leider vergessen), und statt Saft hatten wir nur Pulver auf den Händen, diese Blätter werden in der ayurvedischen Behandlung eingesetzt (wie so viele andere Pflanzen auch). Affenschaukeln (Pullani) haben wir auch gesehen und getestet. Diese Lianen sind für das Überleben in der freien Natur sehr hilfreich. Denn in Trockenzeiten, wenn kein Wasser verfügbar ist, können diese angezapft werden und spenden dann Trinkwasser. Riesen Bambusansammlungen (Durchmesser ca. 8m) haben wir gesehen, diese Bambusart wächst ca. 25 m hoch, die Stämme haben einen Durchmesser von bis zu 20 cm. Nach ca. 70 Jahren blühen die Stauden, produzieren Bambusreis (eßbar, ayurvedische Bedeutung) und sterben dann ab. In diesen Stauden lassen sich auch Königkobras nieder, bauen darin ihre Nester und legen entsprechend Eier. Begegnet sind wir zum Glück keiner.

Weiterhin haben wir eine Hütte des eingeborenen Stammes gesehen. Dabei handelt es sich um ein quadratisches Gebilde (ca. 5x5m), hauptsächlich aus Bambusteilen gebaut. An der (halbhohen) Außenwand läuft eine Bank entlang und in der Mitte ist eine offene Feuerstelle. Das Dach wird aus Bambusblättern geflochten und hält drei bis vier Jahre dicht. Imprägnierung und Insektenvertreibung erfolgt in dieser offenen Hütte durch das ständige nächtliche Feuer. Natürlich sind auch hier die Affen unterwegs gewesen, daneben haben wir viele verschiedene Schmetterlinge und Wildbienen gesehen. Als wir endlich am Wasserfall ankamen waren wir total gefangengenommen von dem Anblick. Das Wasser fällt ca. 30 m in die Tiefe auf einer breite von sicher 80-100 Metern. Der Lärm war ohrenbetäubend. Neben dem Wasser und blauen Himmel haben wir nur grün gesehen. Unterhalb vom Wasserfall am Ufer des Flußes wachsen die Bäume hoch bis zum Wasserfall, darin sahen wir wieder Wildbienennester, deren Honig von den Eingeborenen gesammelt wird (hierzu klettern sie ungesichert die Bäume hoch) und natürlich zur ayurvedischen Behandlung genutzt wird.

Nach dem wir den Blick von oben auf den Wasserfall genossen haben, gingen wir einen Waldweg hinab zum Fuß des Wasserfalles, und erlebten das herumspritzende, herabfallende Wasser, es ist wirklich imposant, mit welchem Lärm und Getöse das Wasser 30 Meter herabstürtzt.

Nach unserer Wasserfalldusche machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum Hotel, es war ein schöner ca. 15 minütiger Spaziergang am Ufer des Flußes entlang.

5月21日

Munnar

Munnar, 1. und 2. Mai 2007

Am 1. und 2. Mai waren Bankfeiertage, so dass wir die Gelegnheit nutzen wollten, einen Ausflug zu unternehmen, um etwas von unserer neuen Heimat zu sehen.

Am Samstag sind wir losgezogen, um herauszufinden, ob und wo wir eine Unterkunft finden können. War sehr kurzfritig. Beim ersten Reisebüro waren wir komplett falsch, es handelte sich um einen Reiseveranstalter für Busreisen. Beim zweiten Reisebüro, versteckt in einer Seitenstraße, im zweiten Stockwerk (oh Gott wo kommen wir jetzt hin war unser Gedanke, als wir die enge Treppe hochstiegen) war leider nur der Mitarbeiter da, der eigentlich kein Englisch kann. Aber im dritten wurden wir dann fündig. Dem Reisebüroinhaber versuchten wir zu erklären, dass wir hier wohnen und zwei Tage gerne ins nahe Umland fahren möchten, erst wollte er uns in Kochin eine Unterkunft vermitteln, aber das wollten wir ja nicht und dann hat er es kapiert. Leider hatte er kein Angebot, aber seine Schwester könne uns helfen, sie hat ein Hotel o.ä. (müssen wir auch mal hin), denn sie vermittelt auch Zimmer in ganz Kerala. Also haben wir dann per Telefon und email (in Stefans Büro, da bei uns der Anschluß noch nicht da war) zwei Zimmer in Munnar gebucht.

Am Dienstag früh sind wir losgefahren, mußten nach einem Kilometer zwar noch mal umdrehen, da wir die Reisepässe vergessen hatten, und haben eine wunderbare Fahrt durch die Landschaft genossen.

Erst fuhren wir durch Stadtteile, die wir bisher noch nicht gesehen hatten, immer wieder schön, das Treiben auf den Straßen und in den kleinen Geschäften. Wir fuhren am Hill Palace vorbei, ein ehemaliger Herrschaftssitz, der jetzt zum Teil zu einem Museum umgestaltet wurde, den wir demnächst auch besuchen werden. Langsam kamen wir aus dem Stadtgebiet heraus, und die Landschaft breitete sich vor uns aus, wunderschön, es ist alles grün.

Plötzlich hielt der Fahrer und zeigte uns eine Kautschukplantage, an jedem Baum hängt ein Becher, in dem der "Gummisaft" gesammelt wird und täglich abgeholt wird. Um den Kautschuk zu ernten, wird der Baum täglich angeritzt. Wie eine Spirale verläuft um jeden Stamm eine Einkerbung, die täglich um wenige Millimeter vergrößert wird. Der Saft läuft dann entlang der Einkerbung hinaus. Ein Baum liefert ca. 20 Jahre Saft.

Direkt am Straßenrand waren auch Mimosenpflänzchen. Alle Kids haben eine Mimose zum Schlafen gebracht, nach der Berührung klappen sie sich zusammen und nach ca. 15 Minuten öffnen sich dann die Blätter wieder.

Auf der Strecke zeigte uns der Fahrer noch Tapioka-anbaufelder (Maniok), Ananasplantagen und Reisfelder. Interessant waren auch die großen Ziegelbrennereien, siehe Bilder.

Je weiter wir fuhren, desto höher kamen wir. Die Landschaft änderte sich. Wir hatten das Gefühl, in den Dschungel zu fahren. Die Wälder sind grün, am Boden wachsen viele Pflanzen, selbst am Straßenrand wachsen Pflanzen, die in Deutschland als Zimmerpflanzen gehalten werden. Große Kardamonhänge haben wir gesehen, leider haben sie zu diesem Zeitpunkt nicht geblüht. Unterwegs sahen wir dann wildwachsende Engelstrompeten und Weihnachtssterne, in unglaublicher Größe. Außerdem sahen wir viele Avocado-, Mango-, Jackfruit- und Cashewbäume. Pfefferpflanzen (Schlingpflanzen um Bäume) wachsen überall, die Blüte ist im Herbst und Erntezeit ist dann im Dezember, gleichzeitig mit Kaffee der hier auch wächst.

Durch große Bambuswälder sind wir auch gefahren. Die Bambusstöckchen zum Basteln und Pflanzenabstützen sind wirklich nur Abfallprodukte, die hier wachsenden Bambusbäume haben einen Durchmesser von 15 und mehr Zentimeter und werden mindestend 20 Meter hoch. Die Stämme werden hier sehr oft beim Hausbau als Baustützen oder Gerüst eingesetzt.

Unsere ersten wildlebenden Affen haben wir auch erblickt. Unser Fahrer zeigte uns Stöcke wildlebender Bienen, diese sind ca. 80 cm lang und hängen ca. 60 cm nach unten am Baumast.

Als wir in Munnar (1.520 m) im Hotel ankamen, waren wir von der Kühle angenehm überrascht, immer noch schön warm, aber nicht mehr heiß. Munnar selbst ist von Teeplantagen umgeben.

Am Nachmittag fuhr uns der Fahrer ins Umland und machte Halt bei einem Mahood (Elefantenführer), Alina, Katharina und Stefan machten sofort einen Ausritt, für die Kinder hätte der Ritt noch länger dauern können und am Ende durften sie den Elefanten noch füttern. Für die Mädchen war das die absolute Attraktion. Danach haben wir Halt bei einem Stausee gemacht und sind über die Staumauer gegangen, auf der anderen Seite der Staumauer waren viele Verkaufsstände und noch viel mehr indische Touristen. Na ja, wir, vor allem die Mädchen, sind, glaube ich, mindestens zehnmal nach Name und Herkunft gefragt worden. Eine große Fotoaktion folgte auch, und wir haben dann natürlich auch fotografiert und es wurden immer mehr Personen, die auf das Bild wollten.

Im Hotel genossen wir die Ruhe, die Kinder haben sich auf dem Spielplatz ausgetobt und Abendessen war auch im Hotel, die Kinder tranken leckeren, frischen Ananassaft zum Reis und Masala (Currysauce mit Gemüse, Reis oder Fisch).

Für die Kinder war die Nacht dann ganz aufregend, denn es war das erste Mal, dass sie alleine (zu dritt) in einem Hotelzimmer schliefen, am Morgen waren sie dann ganz stolz auf sich. Die Nacht war sehr angenehm, fast schon zu kalt, wir mußten uns mit der Wolldecke zudecken.

Am Mittwoch fuhren wir dann zum Teemuseum und erfuhren den Prozeß der Teeverarbeitung. Aus einer Sorte Teeblätter werden unterschiedliche Teequalitäten hergestellt. Natürlich haben wir auch Tee gekauft. Auch hier war Simon der König, kaum im Museum angekommen, wurde er von einem Museumsmitarbeiter auf den Arm genommen und getragen.

Auf dem Rückweg machten wir Halt beim Fahrer, er zeigte stolz sein Zuhause, stellte uns seiner Mutter, Frau, Bruder und Schwägerin vor, erklärte uns die Weiterverarbeitung von Kautschuk, er selbst hat eigene Kautschukbäume, deren Produkt er an einen Reifenhersteller verkauft. In seinem von großen Bäumen überschatteten Hein beherbergt er auch eine Kuh, Hühner und einen Hund. Er hat auch eigene Vanillepflanzen und Bananenstauden, von deren Früchten wir kosten durften. Danach haben wir noch eine Elefantenstation besucht und zwei Babyelefanten sowie größere Elefanten sehen können.

Nach einer langen, aber sehr interessanten Fahrt kamen wir am Nachmittag wieder zu Hause an und waren von der Hitze, die hier im Tal herrschte erschlagen.

5月20日

Die ersten Eindruecke

Ankunft

Nach einem langen Flug und müden Aufenthalt in Dubai sind wir glücklich am Mittwoch den 4. April 2007 in Kochin angekommen. Lange mußten wir auf unser Gepäck warten, denn alle Gepäckstücke bis auf eines waren schnell da, aber ein Koffer hat noch gefehlt. Also haben wir gewartet und gewartet und gewartet. Aber lider kam der Koffer nicht an. Das bedeutete für uns, dass Lukas und Simon erstmal keine Kleidung hatten. Na ja, der Koffer wird schon noch kommen, dachten wir. Aber leider ist er bis heute noch nicht aufgetaucht. Am Donnerstag sind wir gleich mal losgezogen, um für die beiden Kleidung zu besorgen. Zum Glück kannten wir uns schon etwas aus von unseren Besuchen im Oktober und Januar.

Am Mittwoch kam dann auch die Lehrerin, Nadja. Da die Schulwohnung noch nicht eingerichtet war, beschlossen wir, dass sie erst mal in Lukas Zimmer einzog und er bei den Mäschen schlief. An diesem Nachmittag sind war auch gleich zur Meldebehörde, bzw. wir warteten im Auto und zwei Mitarbeiter von geojit haben alles erledigt und wir mußten dann nur noch unterschreiben, die ganze Aktion hat jedoch ca. 2 1/2 Stunden gedauert, und wir saßen im Auto und warteten und warteten, zwischendurch wurden wir ein bißchen durch die Gegend gefahren.

Am Karfreitag haben wir etwas aufgeräumt, Schränke ein- und ausgeräumt, und am Nachmittag fuhren wir an den Strand. Dieser war total überfüllt. Da auch in Indien Feiertag war, sind viele zum Strand gefahren. Uns hat es trotzdem sehr gut gefallen. Die Kinder sind in ihren Badeklamotten ins Wasser und mein Rock war halt bis zu den Knien nass, aber nicht nur mein Rock, auch andere Frauen waren ziemlich nass, da weder Wasser noch Luft kalt sind, ist dies auch kein Problem. Natürlich waren wir die Attraktion am Strand (wie auch schon an anderen Stellen), aber wir waren darauf vorbereitet (Reiseführer lesen). Am Samsatg wurden dann die Eier gefärbt, und am Sonntag kam auch schon der Osterhase, sogar in Indien kommt er vorbei, die Eier haben ganz schön abgefärbt, d.h. die deutsche Eierfarbe ist nicht auf die hohen Temperaturen in Indien ausgelegt. Geschmeckt haben die aber trotzdem.

Alina und Katharina haben gleich schon am zweiten Tag ihre ersten Freundinnen gefunden, jetzt fragen sie jeden Tag, ob sie sich mit ihnen treffen dürfen. Mittlerweile ist es auch schon so, dass die Mädchen bei uns nach Alina und Katharina fragen, bzw. die beiden an den anderen Häusern anfragen. Meistens gehen sie gegen 5 Uhr raus, vorher ist es einfach noch zu heiß. Den Swimmingpool haben alle vier Kids schon benutzt, aber Alina und Katharina waren schon sehr oft darin. was die Sprache betrifft, glaube ich, dass die indischen Mädchen schneller deutsch lernen als das unsere englisch oder malayalam sprechen. Es funktioniert doch recht gut mit der Sprachverständigung, Sprachenmischmasch und Hände und Füße werden angewandt.

Auto

Das mit dem Auto ist so eine Sache für sich. Wir haben jetzt einen Vertrag mit einem örtlichen Autovermieter. Dieser stellt uns Auto und Fahrer für eine gewisse Stundenzahl am Tag zur Verfügung. Das Problem an der Sache ist jedoch, dass zu jedem Auto ein Fahrer gehört. Der Vertrag mit dem Autovermieter begann in unserer zweiten Woche. Das für uns reservierte Fahrzeug war nicht fertig, warum auch immer. Also bekamen wir erst mal ein Ersatzautomit dazugehörigem Fahrer. Der Fahrer war nett und jung. Aber konnte kaum englisch und kannte sich nicht aus. Jedes mal wenn wir ins Auto stiegen, bkam er schon Panik und hat uns von vornherin nicht verstanden. Also gaben wir ihm unsere Anweisung wo wir hinwollten, er schaute uns an, dann nahm er erst aml das Telefon und rief irgendwo an, dort bekam er dann die gleiche Antwort und wir fuhren los. Das war anstrengend und nervend. Eine Woche später war unser Auto endlich da, mit einem super Fahrer, er kannte sich aus, sprach gut englisch und verstand sich gut mit Simon. Wir wollten Gardinen für die Schule, er wußte wo, fuhr uns hin, wir wollten Haushaltswaren, er wußte wo, fuhr uns hin. Nach ein paar Tagen, wenn ich zum Supermarkt fuhr, bot er mir an, Simon im Auto zu lassen. Er spielte mit, sprach mit ihm, kümmerte sich um ihn. Hat echt gut funktioniert. Anfang Mai hatte er Urlaub, weil irgendwer in der Verwandschaft heiratete, also wieder ein anderer Fahrer, den hatten wir zwei Tage, war auch gut, dann noch einmal ein anderer Fahrer für zwei Tage, der war zwar ganz nett, aber irgendwie nicht so das Wahre, aber wir wußten ja, dass unser Fahrer ja wieder kommt. Samsatg und Sonntag hatten wir dann wieder unseren Fahrer. Toll am Sonntag abend der Anruf, dass am Montag ein anderer Fahrer kommt, okay, wir dachten nur für Montag, aber Montag abend stellte sich dann heraus, dass jetzt dieser unser Fahrer bleiben wird. Okay. Problem: er spricht eigentlich kein englisch und kennt sich nicht aus. Wenn ich ihm sag, wohin ich möchte, überlegt er, schaut mich an, ich wiederhole, zwei dreimal, dann frägt er, ob ich es weiß, ich sage ja (bin ja schon sechs Wochen hier) und zeige ihm den Weg. Einmal mußte er telefonieren, da weder er noch wir wußten, wo man CD und DVD-Rohlinge braucht. Jetzt haben wir ihn seit acht Tagen, aber so wie es ausschaut, möchten wir einen anderen Fahrer. Na, ja, wird schon werden.

Schule

Als wir ankamen, war die Schule noch leer, das wußten wir ja schon. Also sind wir gleich losgezogen, um Tische, Stühle und Tafeln zu kaufen. Stühle und Tafeln bekamen wir auch prompt geliefert, die waren ja fertig. Bei Tischen haben wir uns eigentlich ganz einfache Tische vorgestellt, so dass man diese variabel stellen kann, Gruppentisch/Einzeltisch usw. Leider gibt es nur fertige Computertische (nicht für unsere Zwecke tauglich) oder Eßtisch mit vier Stühlen. Aber was sollen wir mit sechzehn Stühlen. Also dachten wir, der Schreiner muß her. Laut Ramesch (Mitarbeiter von geojit, der ssozusagen Chefhausmeister und Organisator) war dies kein Problem, also gaben wir ihm die gewünschten Maße und er bestellte die Tische, sie sollten sogar acht Tage später schon kommen. Aber aus den acht Tagen wurden 14, dann 16, dann 18. Also fragte Ramesch noch mal nachund siehe da, die Tische waren noch gar nicht angefangen. Also beauftragte er einen anderen Handwerker, und dieser lieferte mit drei Tagen Verspätung, also statt acht nach elf Tagen. Aber sie wurden produziert und geliefert.

Die Tafeln wurden uns auch aufgehängt. Aber fragt nicht wie. Nach echt indischer Arbeitsteilung. Statt Wasserwaage verwende man vier Männer zum Zurufen. Das erste Loch wird gebohrt, das zweite wird angesetzt, vier Männer im Hintergrund geben Anweisung, höher oder niedriger. Okay, beide Löcher gebohrt, Tafel aufgehängt. Oh Die Tafel hängt etwas schief. Gemeinsame Diskussion, wie korrigiert werden muß. Also Tafel abnehmen. Den linken Nagel mit dem Hammer etwas nach unten, den rechten Nagel etwas nach oben schlagen, und siehe da, die Tafel hängt, fast gerade, ist halt nicht mit der deutschen Qualitätsarbeit vergleichbar. Das ist indische Arbeitsteilung.

Die Schulunterlagen haben leider auch sehr lange auf sich warten lassen, Lukas seine (zum größten Teil) kamen nach vier Wochen an, ein Paket fehlt bis heute noch, das wird jetzt mit Kurier noch mal nachgesandt. Die Unterlagen für Alina und Katharina kamen erst am 10. Mai, also noch mal zweieinhalb Wochen später. Leider wurden die Pakete unterwegs irgendwo geöffnet und bei Katharina fehlt die Hälfte, dafür war eine fremde CD und ein fremdes Buch drin. Und zwar die aktuellen Gesetzt und Regularien der indischen Börsenaufsicht. Stefan hat sich tierisch darüber gefreut, denn die kann er brauchen. Jetzt sitzt irgendwo in Indien ein Mensch, der statt der Gesetze Erstklasschulunterlagen hat. Die fehlenden Unterlagen haben ich gleich gemeldet und die werden auch per Kurier nachgeliefert. das dürfte jetzt nicht mehr solange dauern. Hoffe ich zumindest, denn die angekommenen Pakete wurde am 13. März abgeschickt.

Da auch die Luftfracht mit einer Woche Verspätung angekommen ist, in der ein paar Unterlagen und Bücher für Lukas und Alina waren sowie die (ganz wichtig) Diddl-Schultüte, haben wir die Einschulung um eine Woche verschoben und am 22. April die Schule eingeweiht und den ersten Schultag abgehalten. Die Tafeln hingen zwar noch nicht, Stühle waren da , aber keine Tische, Regale waren auch noch nicht da, Gardinen und Gardinenstangen auch nicht, aber wir können ja improvisieeren.

Also Tischersatz waren Pamperskartons (aus der Luftfracht, hier vielen Dank an alle Spender, zum Sitzen taugte der Boden, mit einer Unterlage aus Karton und Tüchern, die Tafeln standen am Boden, also auf Augenhöhe (hätten eigentlich schon montiert sein sollen), an den Fenstern hängen (bis heute, da Gardinen noch fehlen, Stangen sind montiert) Tücher.

Da ja die Schulunterlagen so lange gefehlt haben, hat sich Nadja absolut toll im Internet Material besorgt und auch selbst erstellt. In der Zwischenzeit hatten wir ja wenigstens Internetzugang aber noch keinen Drucker, wurden die Materialen an Stefan ins Büro gemailt und er hat sie ausgedruckt. (Mittlerweile haben wir auch email-Adresse und Drucker, sofern der Internetzugang funktioniert bzw. Strom da ist, das ist ein anderes Kapitel, kommt noch).

Aber in der Zwischenzeit ist ja fast alles perfekt, Tische sind da, Tafeln hängen, sogar Regale und Schrank für die Schule haben wir angeschafft und super Pausenmöbel, der Traum für jeden Wintergarten, zwei Rattanstühle, eine Bank und Tisch. Auch die Unterlagen sind fast komplett. Und die Lehrerin lieben alle drei.

Ich muß sagen, läuft gut.

Strom

Das größte Problem hier in Kerala ist glaube ich, die Stromversorgung. Die Kinder sind schon klasse daran gewohnt. Ich glaube der Stromausfall während Kyrill im Februar war eine gute Vorbereitung. In der ersten Zeit hatten wir immer wieder Stromausfall, mal für ein paar Minuten, mal für eine halbe Stunde oder auch zwei Stunden. Die Reaktion der Kinder :" Mama, ist schon wieder Stromausfall?" und das Spielen ging wieder weiter, also schon nichts besonderes mehr. Das Problem war nur am dritten Wochenende, Samstag Spätnachmittags war Stromausfall, aber leider ging dann bei uns bis Montag zum Teil gar nichts mehr, u.a. der Kühlschrank. Denn in die Häuser sind drei einzelne Phasen geleitet und eine dieser Phasen war leider nicht in Ordnung, bis am Montagvormittag der Elektriker kam. Ein Abendessen bei der Kerzenschein haben wir auch schon hinter uns. Aber in der Zwischenzeit haben wir ein Notstromaggregat gekauft, so dass bei Stromausfall (den wird es wahrscheinlich während der Monsunzeit öfters geben) pro Raum ein Licht und der Ventilator funktioniert. Apropos Ventilator, in Deutschland hat jeder Raum einen Heizkörper, hier hat jeder Raum einen Ventilator. Deshalb wird hier auch mit Gas gekocht.

Wenn man sich die Stromverteilung anschaut, ist es auch kein Wunder, dass hier regelmäßig Unterbrechungen in der Stromversorgung stattfinden. Die Kabel laufen alle noch überirdisch und sind eigentlich nicht abgesichert, an den Strommasten haben sind die Steckkästen offen und wenn ein bißchen Feuchtigkeit vorhanden ist, dann gibt es ziemlich schnell einen Kurzschluß. Aber die Stadt ist bemüht, dieses Problem zu beheben, die Kabel werden nach und nach unterirdisch verlegt, aber da die Stadt ziemlich groß ist, kann das glaube ich noch sehr lange dauern.

Haushalt

Zum Glück war unser Haus ja schon eingerichtet, mit allem was dazu gehört, das einzige was wir uns noch gekauft haben war Besteck. In Kerala ist es üblich, mit den Händen zu essen, daher benötigt der durchschnittliche keralitische Haushalt außer ein paar Kaffeelöffeln kein Besteck. Na ja, wir wollen doch noch ein bißchen unsere Kultur erhalten und daher beim Essen nicht auf gewöhnliches Besteck verzichten.

Die ersten Wochen hatten wir keine Haushaltshilfe, d.h. es war sehr viel Arbeit im Haushalt zu erledigen, insbesondere mit dem Geschirrspülen haben wir sehr viel Zeit benötigt. Denn eine Geschirrspülmaschine gibt es hier leider nicht. Und das Schlimmste an der ganzen Angelegenheit ist die niedrige Arbeitshöhe in der Küche. Die indische Bevölkerung ist im Durchschnitt wesentlich kleiner als die deutsche (meistens bin ich größer als die Inderinnen). D.h. mit dem Geschirrspülen waren dann auch immer Kreuzschmerzen verbunden. Außerdem haben wir (noch) kein warmes Wasser (demnächst wird dieses mit Solartechnik installiert).

Aber seit Anfang Mai haben wir eine Haushaltshilfe. Das ist echt klasse. Jetzt wird der Boden täglich gefegt und gewischt vorher nur einmal pro Woche gewischt), ihr könnt euch nicht vorstellen, wieviel Staub und Sand täglich in das Haus getragen wird (Krümel der Kids sind auch euch bekannt).

Anfangs war es ein bißchen gewöhnungsbedürftig, ständig jemanden im Haus zu haben, aber es geht ganz gut, man gewöhnt sich sehr schnell daran. Trotzdem erledige ich noch viele Sachen selbst. nach vier Tagen habe ich dann das erste Mal Simon bei ihr gelassen und bin zum Einkaufen gefahren (worden), und das hat super funktioniert.

Jeden Samstag kommen die Bügelmänner mit ihrer mobilen Bügelstation und holen und bringen unsere Bügelwäsche. Richtig toller Service. Am ersten Samstag waren wir etwas überfordert mit der ganzen Situation. Wir dachten, okay heute wird erst mal ausgeschlafen, aber leider klingelte morgens um 7.15 Uhr der Bügelboy unlück konnte d fragte uns, ob wir was zu Bügeln hätten. Das Problem war nur, er kann kein englisch, wir kein Malayalam. Zum Glück konnte uns dann die Nachbarin weiterhelfen, na ja, aber anch drei Tagen hatten wir noch keine Bügelwäsche, also schickten wir ihn wieder fort. Daraus resultierte leider ein Mißverständis, so dass am folgenden Samstag die Wäsche nicht abgeholt wurde, aber durch Zufall entdeckten wir den Bügelstand (beim Apartmenthaus, in dem unsere Schule belegen ist) und konnten doch noch unsere Wäsche loswerden.

Einkaufen

Verhungert sind wir noch nicht, Supermärkte gibt es ganz viele, das ist gar kein Problem. In den Supermärkten gibt es eigentlich fast alles, außer Wurstprodukte (stimmt nicht ganz, sogenannte Salami gibts, schaut aber nicht einladend aus). Manchmal gibt es Fleisch, vorallem Huhn, aber das haben wir noch nicht ausprobiert. Frischen Fisch kann man auch erwerben, entweder im Supermarkt (gekühlt) oder an mobilen Ständen bzw. täglich kommt ein Mopedfahrer in die Anlage(ungekühlt). Wir bevorzugen den Fisch aus dem Supermarkt (bisher zweimal, das zweite mal war der Fisch eingelegt und etwas sehr scharf). Sogar Nudeln kann man kaufen, importierte und indische. Wenn man mit den Kindern einkaufen geht, ist das herrlich. Mindestens jeder dritte Mitarbeiter frägt die Kinder, wie sie heißen und vor allem woher wir kommen. Wenn man das nächste Mal ohne Kinder kommt, werde ich gleich nach ihnen gefragt. Simon wird mir oft aus den Händen "gerissen" und urch die Gegend getragen, und meistens macht er es auch mit. In dem Supermarkt ganz in der Nähe darf ich meine Produkte nicht mehr selbst tragen oder schieben, es wird mir regelrecht aus der Hand gerissen, aber auch daran gewöhnt man sich. Und vor allem sind alle unglaublich freundlich. Kürzlich wollte ich im Supermarkt wissen, wie ein Gemüse zubereitet wird, kann es euch leider nicht benennen. Da das Personal nur wenig englisch kann, wurde eine andere Kundin herbeigerufen, dass diese es mir erkären soll. Gekauft habe ich es aber dann doch nicht, weil die ZUbereitung durch Frittieren erfolgt, und das wollte ich jetzt doch nicht ausprobieren. Dann wollte ich noch Milch kaufen, ich habe mich hier grundsätzlich für H-Milch entschieden, denn die Frischmilch muß grundsätzlich abgekocht werden, und hier siegt natürlich die Bequemlicheit. Außerdem kaufte ich noch ein Dessertpulver, das mit Milch zubereitet wird, die Verkäuferin war sich nicht sicher, ob dies mit H-Milch gehen könnte (ich schon), also wurde wieder die obenerwähnte Kundin, die wieder in der Nähe war, um ihre Meinung gebeten, und sie bestätigte, dass es auch mit H-milch geht.

Apropos Milch, wie gesagt gibt es H-Milch, die Kinder können morgens ihre Kellogs (alle möglichen Sorten) frühstücken, Simon seine Milch trinken. Nach ca. 10 Tagen gab es aber leider keine Milch mehr, in keinem Supermarkt, wir dachten, also gibt es hier doch einen Engpaß, okay, müssen wir halt im Notfall täglich Frischmilch kaufen und abkochen. Nach drei Tagen erfuhren wir, dass hier Verhnadlungen über einen neuen Mehrwertsteuersatz abgehalten werden, sobald diese abgeschlossen sind, gibt es wieder H-Milch, und siehe da, nach ca. zwei Wochen gab es wieder H-Milch, jetzt haben wir immer einen großen Vorrat im Haus. Die milchlosen Wochen haben wir auch gut überstanden, zweimal haben wir Frischmilch abgekocht, war aber nicht so toll, und ansonsten gab es eben erst mal keine Kellogs und Simon bekam abends einen Brei, der mit Wasser anzurühren ist (in verschiedenen Geschmacksrichtungen käuflich).

An Getränken gibt es hier auch fast alles, wobei wir hauptsächlich Wasser trinken. Anfangs haben wir täglich das Wasser in Flaschen angeschleppt. In der Zwischenzeit haben wir jedoch in der Küche einen Wasserspender, wobei hier die Anlieferung der neuen Gallonen noch nicht so toll funktioniert, aber mit jedem mal wird es besser, sogar in der Wohnung haben wir jetzt endlich einen Wasserspender, hat nach dreimaligem Anlauf endlich auch funktioniert. Es wird. Außerdem haben wir in der Vorbereitungskühe einen festinstallierten Wasserfilter, der auch funktioniert, ich glaube, wir haben jetzt seit drei Wochen kein Wasser mehr im Supermarkt gekauft, zum Glück, denn die ständige Schlepperei und insbesondere der dadurch anfallende Müll fällt weg. Zum Müll kann ich nur so viel sagen, dass ich in Deutschland bemüht war, den Kindern Mülltrennung beizubringen, und sie hier anfangs fragten, in welchen Mülleimer sie den Abfall werfen sollten, leider war meine Antwort immer die selbe, da hier (noch) keine Mülltrennung betrieben wird. Ich hoffe, dass mein früheren Bemühungen nicht ganz umsonst waren und in Deutschland das Trennen des Mülls automatisch wieder erfolgt.

Beim Einkaufen von Kleidung ist hier absoluter Service angesagt. Kaum betritt man ein Bekleidungsgeschäft, bekommt man schon Hilfe angeboten, es ist aber kein Problem zu sagen, dass man sich erst einmal umschauen möchte. Zeigt man Interesse, dann werden einem Kleidungsstücke gezeigt, herausgelegt herausgesucht. Plötzlich hat man einen Berg vor sich und kann sich nicht entscheiden. Es ist absolut kein Problem, von den zwanzig gezeigten Artikeln nur einen zu kaufen. In den Geschäften sind teilweise mehr Mitarbeiter als Kunden, manche sind nur damit beschäftigt, Klleidungsstücke wieder zusammenzulegen und wegzusortieren. Und ich kann euch sagen, alle kleinen Prinzessinnen wären begeistert von dem Glitzern und Leuchten der Kleidung. Alina und Katharina sind schon ganz toll ausgestattet.

Essen

In der Regel koche ich uns zum Mittagessen eine Kleinigkeit, z.B. Nudeln, oder es gibt die Reste vom Abendessen. Abends wird entweder richtig gekocht mit viel Gemüse oder wir holen uns etwas, dreimal waren wir bei Pizzahut und schon oft bei K.R.Bakes, hier gibt es indische Gerichte zum Mitnehmen. Also alles kein Problem.

Vor allem ist es dort sehr günstig (für unsere deutschen Verhältnisse).

Computer- Internet

Obwohl wir in dieser Hinsicht in einem hochtechnologisch entwickelten Land leben, ist es doch nicht so einfach. Gleich in der zweiten Woche bestellten wir für Lukas einen Computer mit dem Versprechen, dass dieser innerhalb einer Woche und dann auch Internet geliefert wird. Leider hat sich die ganze Sache etwas länger hingezogen, da er eine besondere Grafikkarte wollte, so dass wir zwei Wochen später Internetzugang unabhängig von seinem Computer bekommen haben und auf den Computer dann noch zwei Wochen warten mußten. Aber der Internetzugang war dann wenigstens hergestellt und wir konnten mit unserem Laptop Kontakt herstellen. Ja leider gab es dann ein Problem mit der Internetversorgung im ganzen Viertel, so dass wir mal wieder von der Außenwelt abgeschlossen waren. Na ja, aber es funktioniert wieder. Der Internettechniker von geojit ist bei uns fast schon zu Hause und kennt sich auch schon aus, wo die diversen Rechner stehen.

Krankenhaus

Durch die große Hitze hat Simon eine Pilzentzündung im Windelbereich bekommen. Nach dem die Rötung nach einer Woche mit Cremebehandlung nicht verschwunden war, hab ich mich dann dazu entschlossen, einen Arzt aufzusuchen. Die Ärtze haben allerdings keine eigene Praxis, sondern sind in Krankenhäusern untergebracht, wovon eines in unmittelbarer Nähe zu unserem Haus ist. Ja, da ich noch nie als Patient in einem indischen Krankenhaus war, nahm ich unsere Maid mit. Das war auch ganz gut so. Sie klärte an der Rezeption ab, welches Problem wir hatten und waren dann absolut schnell beim Kinderarzt, dieser sah sich Simon an und schickte uns dann noch zum Hautarzt. Mit den Ärzten war die Unterhaltung auch kein Problem, denn die sprechen englisch, nur die Schwestern sind hierin nicht soll toll bewandert. Aber ich muß sagen, die Behandlung war zuvorkommend, alles hygienish und geordnet, also hier habe ich keine Probleme entdeckt. Gut das Mobiliar ist nicht das neueste, aber darauf kommt es ja auch nicht an. Am längsten mußten wir dann an der Krankenhausapotheke warten, der erste Schalter zum Rezept abgeben, der zweite Schalter zum Bezahlen, der dritte Schalter zur Entgegennahme der Medikamente, und hier waren jeweils zwei Mitarbeiter beschäftigt und das Krankenhaus ist seh groß.

Die Empfehlung des Hautarztes war, Simon tagsüber ohne Windeln zu lassen, ich kann euch sagen, zum Glück haben wir Steinboden, denn ständig sind hier irgendwelche Pfützen, aber die Rötung ist jetzt nach fünf Tagen fast abgeklungen.

Auch hier im Krankenhaus ist unendlich viel Personal unterwegs. Die Kosten für die Untersuchung betrugen 100 Rupees (ca. 1,80 Euro), die Medikamente kosteten 69 Rupees und die ANmeldegebühr betrug 25 Rupees. Am teuersten war der express-charge, der betrug 250 Rupees, aber dafür haben wir gleich sechs patienten überholen dürfen, statt Stunden warten zu müssen.

Klima

Also heiß ist es hier ganz schön, tagsüber gehen wir eigentlich nicht aus dem Haus, erst ab 16.30 Uhr. Dann kommt langsam Schatten von den Häusern und i.d.R. geht dann ein leichter Wind, aber trotzdem ist es noch erträglich, abends ist es dann ganz angenehm. Im Haus laufen in den Räumen, in denen wir uns aufhalten die Ventilatoren (Fans). Laut Zeitungsmeldung soll in diesem Jahr der Monsunregen schon eine Woche früher einsetzen, wir sind alle gespannt auf den heftigen Regen.

Menschen

Dasindische Volk ist absolut freundlich, überall wird man freundlich augenommen, es wird geholfen, wo es möglich ist. Aber neugierig sind sie auch, als erste wird man nach dem Namen gefragt, dann nach der Herkunft, wenn dann bekannt wird, dass wir hier wohnen, wird nach dem Arbeitgeber gefragt, das gehört hier dazu, aber die selben Fragen darf man auch stellen.

Auch die Nachbarinnen sind sehr freundlich und laden mich immer wieder ein, bei ihnen vorbeizuschauen. Ganz am Anfang wurde ich von einer eingeladen, die im selben Haus wo die Schulwohnung ist wohnt, wir trafen uns im Treppenhaus und erzählten voneinander, und gleich wurde ich von ihr eingeladen. Leider war bisher nie die Zeit für übrig, ständig war etwas anderes zu tun oder auf jemanden zu warten. Vorige Woche saß ich kurz mit Simon am Spielplatz, als ich wieder eingeladen wurde, ich dachte, es wäre die obenerwähnte. Also hab ich mich endlich am Montag dazuentschlossen, bei ihr vorbeizugehen. Als sie mir die Tür öffnete, dachte ich, oh je, daswar aber nicht die vom Spielplatz, da ich ja wußte, dass sie mich auf jeden Fall eingeladen hatte, war ich nicht falsch. Ich glaube, die vom Spielplatz wohnt direkt neben der Wohnung. Peinlich. Muß ich auch mal vorbei schauen, hoffentlich klingel ich dann an der richtigen Türe. Mit der Zeit kann man die Menschen unterscheiden, aber wenn man sie nur einmal kurz gesehen hat, ist es sehr schwierig.

Die Neugier und auch Freundlichkeit ist unglaublich. Egal wo wir mit den Kindern auftauchen, wir sind die Attraktion. Kürzlich waren wir in einem Museum, diese ist über eine Aussentreppe zu erreichen, schon im Museum wurden die Mädchen nach Name und Herkunft gefragt, Simon angelächelt. Aber als wir aus dem Museum raus wollten, war alles verstopft, es waren mindestens zwei Busse voll mit jungen Inderinnen angekommen, die verstopften den Eingang und die Treppe, wir hatten keine Chance auf ein Durchkommen. Und jede hat Simon entdeckt, ihn berührt, auf mindestens zwanzig Handys aufgenommen, auch die Mädchen waren im Mittelpunkt, aber Simon war die Attraktion. Armes Kind, er war total fertig, als wir endlich draußen waren. Die Krönung waren dann Chinesen, die wollten dann auch noch ein Foto mit den Kindern und Simon gleich auf den Arm nehmen. Zum Glück hat er keine Angst vor Fremden. Ich kann euch gar nicht sagen, auf wievielen Fotos die Kinder schon abgelichtet sind, halb Indien hat jetzt Fotos von unseren Kindern. Denn hier sind momentan sehr viele Inder aus anderen Bundesstaaten, die in Kerala Urlaub machen.

Land

Hier ist es unglaublich grün. Überall sind Bäume und Sträucher und Blumen, obwohl hier sehr eng bebaut ist. Die Pflanzen, die wir als Topfpflanzen hegen und pflegen, wachsen hier in unglaublicher Vielfalt und Größe. Teilweise kommen sie wild, wachsen dann einfach so auf einem unbebauten Feld oder am Wegesrand. Anfang Mai waren wir für zwei Tage im Hochland, da entdeckten wir echte Gummibäume, konnten sogar sehen wie der Gummisaft abgezapft wird, Kardamonfelder, Ananasfelder, Cashewbäume, Pfefferpflanzen, Teeplantagen, Avocadobäume haben wir gesehen. Dann wildwachsende Engelstrompeten und Weihnachtssterne in unglaublicher Größe konnten wir entdecken. Sehr interessant und beeindruckend, auch die Kinder (außer Simon) waren begeistert. Sehr schön.

Alle, die unsere Bilder gesehen haben, wissen, dass überall Müll herumliegt, aber laut Zeitung ist auch dieses Problem erkannt und man versucht hier, Herr zu werden, aber ich glaube, das dauert noch lange. Aber amn sieht, dass einiges getan wird um dieses schöne Land von diesen schändlichen Problemen zu befreien.

Dies betrifft auch den Verkehr. Als Fußgänger eine Straße zu überqueren, ist wirklich Überlebenstraining, der Verkehr folgt der Regel, der Stärkste siegt, und Fußgänger sind nun mal die Schwächsten, während Stoßzeiten kann man schon mal etwas länger warten, am besten schließt man sich einer Gruppe Inder an und folgt dann ihnen schnell über die Straße. Wichtig beim Überqueren ist, daran zu denken, dass hier Linksverkehr herrscht, ansonsten kann das ganz schön gefhrlich werden. Die Gehwege (wo sie vorhanden sind) haben auch ihre Tücken, denn plötzlich fehlt eine Platte oder liegt, weil sie zerbrochen ist, etwas tiefer. Also man muß die Augen überall haben. Wenn man im Auto gefahren wird, sollte man am besten nicht vorne rausschauen, denn da bekommt einen Adrenalinstoß nach dem anderen, lieber zur Seite rausschauen und die Gegend in sich aufnehmen. Trotz diesem Verkehrschaos, an Stellen, wo die Straße für zwei Spuren pro Richtung ausgelegt sind fahren die Verkehrsteilnehmer drei- oder vierspurig, sind die Autos absolut intakt und Verkehrsunfälle gibt es auch sehr wenige. Auch sind Bemühungen zu beobachten, diese Chaos einzudämmen, an vielen Kreuzungen sind Ampeln installiert, Verkehrspolizisten regeln den Verkehr und letzte Woche wurde in der Haupteinkaufs- und Hauptverkehrsstraße begonnen, Parker in zweiter Reihe zu verwarnen. Das schnelle Wachstum der Stadt trägt natürlich auch zu dem gestiegenen Verkehrsaufkommen bei. Wenn man sich umschaut, überall werden hohe Apartment häuser gebaut, mit zehn und mehr Stockwerken.

Haustiere

Mit ungebeten Haustieren habe ich intensiver gerechnet. Wir haben sicher vier oder fünf Geckos im Haus, ab und an sieht man mal wieder einen, aber die schaden oder stören nicht. Die gefürchteten Kakerlaken haben wir hoffentlich ausgerottet, wobei es nur ca. fünf Stück waren, also hält sich in Grenzen, seit drei Wochen hatten wir keine mehr. Moskitos werden durch Moskitonetze und Mückenstecker abgewehrt, manchmal durch intensives Einsprühen der betroffenen Räume, also auch kein Drama. Die Ameisenstraße durch unser Haus haben wir noch nicht ganz in den Griff bekommen, aber bis jetzt halten sie sich nur vereinzelt auf dem Boden auf. Grundsätzlich verstauen wir alle offenen Lebensmittel im Kühlschrank bzw. in Dosen. Alles nicht so schlimm wie erwartet. Weitere ungebetene Gäste konnten wir noch nicht entdecken. Okay kleine Spinnen, aber die kennen wir alle.

Fazit

Trotz aller widriger Umstände haben wir bis heute unseren Schritt nicht bereut, auf vieles waren wir durch Lesen, Erzählen und auch durch unsere beiden Besuche im Oktober und Januar vorbereitet. Wir fühlen uns alle wohl, mittlerweile finden wir auch langsam Ruhe und eine Ordnung in unserem Tagesablauf. Den angekündigten Kulturschock erleben wir glaube ich erst bei unserem ersten Besuch in Deutschland bzw. spätestens bei unserer Rückkehr.

Ich hoffe ich konnte einen kleinen Eindruk von unserem Aufenthalt hier in Kerala vermitteln.

 

Simon, Katharina, Alina, Lukas, Jutta und Stefan

第 1 张,共 21 张
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vielen dank für euren besuch heute, habe euch so richtig genossen (vorallem simon der alle teegläser leergetrunken hat!)
 
also, ich will doch nur schnell deine heutige frage beantworten. INDRA ?? und das habe ich gefunden:
 
 
gute reise und bis bald!
monique
 
7 月 13 日
hallooooo, hab die seite gefunden, gelesen und viel geschmunzelt und auch gelacht.
vielen dank für euren besuch heute morgen, jutta und simon.
zu eurer information: nächstes mal, wenn ihr wohin wollt, einen ausflug machen, ein hotel buchen..... könnt ihr ohne weiteres mich fragen.
 
und hier zu meinen seiten: www.visita-kerala.com    und    www.visita-kerala.spaces.live.com        da findet ihr viele infos und noch viel mehr fotos!
monique
7 月 5 日